Vandukai, svajonėle mylima! Heute kam von Dir kein
Brief. Am vorigen Sonntag war auch keiner! Dein letzter Brief war v. 14-IV (aus
Bugiai), in dem schriebst Du, dass Daliukas krank ist. Von dem Tage habe ich von Dir
keine Nachricht. Was ist mit Dalia? Ist sie genesen? Wo ist sie? Von den Paketen (sie
sind gekommen, in Ordnung, N r
29 u. 30) urteile ich, dass Du schon in Vilnius bist. Die Paketen kommen, die Briefe
– nicht. Ich weiss, dass Du mehrere Briefe in dieser Zeit geschrieben hast.
Na, ja, – ich bin ein Häftling, – was für Ansprüche kann ich haben!
Mein Seelen Zustand u. meine Gefühle, mit welchen werde ich die künftige Woche leben,
sind selbstverständlich, – Du weisst, wie es geht bei mir! Der Tabak v. d.
Chormeister war für mich sehr angenehme Überraschung, – bedanke ihn herzlich.
Auch die Hilfe von Wissenschaftskollegen hat mich sehr erfreut. Die materielle Hilfe
ist sehr wichtig, doch nicht weniger wichtig ist die moralische Unterstützung. Ich
fühle mich nicht so einsam, nicht so verlassen… Ich sehe Dich, Vanduk, ich weiss alle
Deine Sorgen, und ich kann Dir nichts helfen, – diese Bewusstsein meiner
Kraftlosigkeit empfinde ich so schmerzlich, dass ich wahnsinnig trostlos werde. Sogar
die Gerechtigkeit der Geschichte, an die glaube ich immer fester, bringt mir nicht
viel Trost. Es ist heute schon 7 Mai 1944, – ich sitze noch immer in dem Lager
eingesperrt. Vergeht noch ein Frühling! Ja, es scheint mir, nach allen
geschichtlichen Umständen, sollte ich entlassen sein binnen 2 nächsten Wochen. Wenn
im Mai wede ich nicht entlassen, dann wird am besten alle Hoffnungen aufzugeben,
mindestens – bis zum Kriegsende. In dem Fall Du mit Dalia solltest ihres Leben
so organisieren, dass ohne mich auskommen könntest. In dem Fall werde ich für längere
Zeit aus dem Leben ausgeschaltet sein. Es ist besser für traurige Sache vorbereitet
zu sein, als mit verführten Hoffnungen ständig die Nerven zu vergiften. Man braucht
Opfern, man hat mich ausgewählt, – dagegen ist nichts zu machen! Mein Pech,
dass kann ich noch nicht geistig arbeiten, – mein Trauer in den Kunstwerk
ausgiessen. Ich weiss, was machen meine Kollegen Dichtern in der lebendiger Welt,
– und ich schon 14 Monate befinde mich jenseits des Lebens! Über Daliukas habe
ich Dir im vorigen Briefe geschrieben. Jetzt wiederhole: zurzeit es wäre am besten
für Sie keine besondere Spezialität auszuwählen, – zurzeit sie sollte begnügen
mit der Musikschule, fremden Sprachen u. allgemeine Bildung. Darüber denke ich sehr
oft, – sehr oft sehe ich Euch in dem Traum. Manchmal scheint es mir, dass habe
ich Euch vor eine halbe Stunde gesehen, ich fühle noch den Klang Euren Stimmen, noch
die Strahlen Euren Augen… Suche ich Euch, horche, wo sind Eure Stimmen verklangen… Es
ist still in der Tiefe der Nacht… Es ist hörsam nur das Brausen des weiten Meeres.
Horche ich stundenlang an diesen ermutigenden Liedern über die lebendige Welt, über
berauschende Freiheit! Doch bedauere ich nicht, dass kein Tropfen von Sklavenblut
habe ich in meinem Herzen! Es ist doch merkwürdiges Gefühl – Freiheitsgefühl!
Sende mir keine Bonbons (u. Zucker – weniger) – das sollen Sie mit
Dalia verbrauchen, – mir ist est nicht nötig. Der Käse war wunderbar! Dein
Brot (auch aus Wilna) schmeckt ausgezeichnet! Für mich sorge nicht so viel. Jetzt
werde ich schon auskommen. Wenn kannst Du noch Deine Kaffeemischung oder Tee
schaffen, – wäre es gut zu haben. Sonst – alles ist sehr gut, was Du
schickst. So ist das Leben, Vanduk! Wir beide werden viel Erinnerungen haben. Nach
einigen Jahren wird es scheinen, als traurige Dichtung. Küsse unseren Daliukas,
grüsse unseren Bekannten und allen guten stolzen Leute! Wanduk, wie dankbar bin ich
Dir! Über meine Gefühle will ich nicht schreiben. Nur – sei mutig, sei
kräftig, sei stolz – sei gesegnet! Mano miela-miela Vanduk!
Vandukai, svajonėle mylima! Šiandien nuo Tavęs laiškas
neatėjo. Ir praeitą sekmadienį nebuvo! Paskutinis Tavo laiškas rašytas IV-14 (iš
Būgių), jame rašei, kad Daliukas serga. Nuo tos dienos neturiu nuo Tavęs jokios
žinios. Kas Daliai? Ar ji pasveiko? Kur ji? Iš siuntinių (nr. 29 ir 30 atėjo
tvarkingi11/2 kl[g].,
kumpio 1/2 klg., karališko
pyragaičio, saldainių iš Bertašiaus, tirpytų lašinukų su svogūnais 500 gr.,
cukraus 250 gr., daug svogūnų, dešros, tabokos“) (Vanda Sruogienė, „Sąrašas
siuntinių, siųstų į Stutthofą“, žr. rinkinys „Koncentracijos stovykla Stutthof
(1939–1945)“, in: BLKMČ BS); 1944 m. balandžio 16 d.,
Atvelykiu, Vanda Sruogienė iš Viekšnių išsiuntė Baliui Sruogai 4 [klg.] siuntinį
nr. 29 („Duonos 1 1/2
kl[g]., saldainių, pyragaičių su aguonom, lašinių nuo kumpio 500 gr., sviesto 450
gr.“) (Idem, in: Ibid.); Vanda Sruogienė išsiuntė Baliui
Sruogai 2 [klg.] ir 300 [gr.] siuntinį nr. 30 („Sviesto 450 [gr.], lašinių 250
gr., polendicos 400 gr., kavos, saldainių, česnako, tabokos iš Ilčiuko, papirosų 3
dėž., 2 bloknotai, sūris“) (Idem, in: Ibid.); Vanda
Sruogienė išsiuntė iš Kauno Baliui Sruogai 1 [klg.] ir 880 [gr.] siuntinį nr. 31
(„Windjacke, kravatas, 150 gr. kmyninės saldžios“) (Idem, in: Ibid.). Siuntiniai buvo gauti.